Verhaltenstherapie
Definition der Verhaltenstherapie durch gemeinsame Prinzipien – Prinzipien der Verhaltenstherapie (gekürzt nach Margraf, 1996; S. 4 ff. in: Lehrbuch der Psychotherapie, Bd. 4: Verhaltenstherapie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien; CIP-Medien München, 2006, S. 4 ff.)
- Verhaltenstherapie orientiert sich an der empirischen Psychologie (empirisches Wissenschaftsverständnis, Suche nach Regelmäßigkeiten und Gesetzen, intersubjektive Überprüfbarkeit, Beobachtbarkeit, Operationalisierbarkeit, Verwendung objektiver, reliabler und valider Messinstrumente)
- Verhaltenstherapie ist problemorientiert (Ansatzpunkt: gegenwärtige Probleme; für diese Probleme individuelle, „maßgeschneiderte“ Interventionen, Verbesserung der allgemeinen Problemlösefähigkeiten)
- Verhaltenstherapie setzt an den prädisponierenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen an (nicht nur Änderung von Symptomen, sondern Veränderung von Bedingungen, so dass eine dauerhafte Problembewältigung erreicht werden kann)
- Verhaltenstherapie ist zielorientiert (gemeinsame Identifikation des Problems und gemeinsame Festlegung des Therapiezieles durch Therapeut und Patient; klare Zielfestlegung fördert die therapeutische Zusammenarbeit)
- Verhaltenstherapie ist handlungsorientiert (aktive Beteiligung des Patienten; mehr als nur Reflexion und Gewinnung von Einsichten, praktisches Handeln; aktives Erproben von neuen Verhaltens- und Erlebnisweisen)
- Verhaltenstherapie ist nicht auf das therapeutische Setting begrenzt (Ziel sind Veränderungen in der alltäglichen, realen Lebenssituation; Generalisierung von Therapiefortschritten in das Lebensumfeld)
- Verhaltenstherapie ist transparent (offene Information des Patienten über alle Aspekte der Diagnostik und Therapie; Erarbeitung eines gemeinsamen Störungs- und Therapiemodells)
- Verhaltenstherapie soll „Hilfe zur Selbsthilfe“ sein (Therapie ist umgrenzte Hilfestellung; Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und Eigenaktivität des Patienten; Vermittlung von Fertigkeiten zur selbständigen Problemlösung ohne therapeutische Hilfe)
- Verhaltenstherapie bemüht sich um ständige Weiterentwicklung (keine ideologische Fixierung; durch Orientierung an der wissenschaftlichen Psychologie und den Nachbarwissenschaften ständige Überprüfung, Evaluation, Weiterentwicklungen)




